Lernen leichter gemacht! Aber wie?
Jeder Mensch lernt anders. Denn so, wie es verschiedene Persönlichkeiten gibt, gibt es verschiedene Lerntypen.
Doch welche Lernmethode, Lernstrategie ist für welchen Typ wirklich am besten?
Auch das Lernen will gelernt sein.
Die persönlichen Lernvorlieben mögen in einem Team, Gruppe für Missverständnisse sorgen - unterdrückt werden
sollten sie deswegen aber nicht. Das gilt erst recht außerhalb dem Team-, Gruppenlernens, wenn es darum geht,
sich selbst etwas beizugringen. Denn nur wer seine eigenen Lernvorlieben kennt und ihnen folgt, kann erfolgreich
lernen.
Mit anderen Worten, auch Lernen will gelernt sein. Und die Berücksichtigung der persönlichen Lernvorlieben ist
die Entwicklung von Selbstlernkompetenz - einer Fähigkeit, ohne die heute kaum noch auszukommen ist.
Auch auf die Persönlichkeit kommt es an.
Last but not least spielt unsere Persönlichkeit beim Lernen eine zentrale Rolle.
Der Wahrnehmungskanal bestimmt den Lernkanal:
So zum Beispiel:
Es gibt verschiedene Lern-TYPEN (Muster)
Der visuelle Typ nimmt Informationen überdurchschnittlich gut durch Sehen auf. Informationen, die über das
Hören oder Fühlen kommen, versucht er häufig mit Bildern zu verknüpfen, um sie so in sein eigenes System
einzubinden.
Der auditive Typ nimmt Informationen überdurchschnittlich gut durch Hören auf. Informationen, die über
Sehen und Fühlen kommen, versucht er häufig mit Gehörtem zu verknüpfen.
Der kinästhetische oder haptische Typ nimmt Informationen überdurchschnittlich durch Fühlen auf.
Informationen, die über Sehen und Hören kommen, versucht er häufig mit Gefühltem zu verknüpfen.
Tipps zum leichteren Lernen:
Häufig und in kurzen Blöcken ist besser als einmal und nie wieder. Einen Großteil des Lernstoffes haben wir
innerhalb der ersten fünf Tagen wieder vergessen. Was nach 30 Tagen immer noch im Gedächtnis ist, bleibt
hingegen für den Rest des Lebens beinahe vollständig präsent. Verteilen Sie daher den Lernstoff auf mehrere
Tage und lernen Sie in kurzen Blöcken. Sie gewinnen dadurch doppelt ZEIT: kurzfristig durch eine konzentriertere
Wissensaufnahme und langfristig durch ein dauerhafteres Behalten.
Sofern der Lernstoff nicht logisch aufgebaut und streng strukturiert ist, sehen Sie sich zunächst das gesamte
Material durch und verschaffen Sie sich ein Überblick. Untersuchungen belegen die Vorteile dieses Ganz-
lernverfahrens: Unser Gehirn ist darauf ausgelegt, sinnvolle Beziehungen und übergeordnete Zusammenhänge
herzustellen. Das Lernen und Behalten fällt leichter als Pauken.
Vermeiden Sie es , sich ähnlich Lerninhalte parallel oder hintereinander zu erarbeiten (z.B. zwei romanische
Sprachen gleichzeitig zu erlernen.) Gleichartige Inhalte stören und überlagern sich gegenseitig - ein Phänomen,
das als so gennte Interferenz bezeichnet wird.
Gönnen Sie sich nach dem Lernen RUHE. Besser noch: Verlegen Sie Ihre Lernphasen in die Abendstunden.
Hektische Aktivitäten im Anschluss ans Lernen fördern das Vergessen, weil das Gelernte von neuen Eindücken
verdrängt wird.
IHR PERSÖNLICHER KARRIEREBERATER
Stichwort: Teamarbeit
Teamarbeit, Teamgeist, Teamfähigkeit. Nur im Team werden Sie langfristig erfolgreich sein! Diese Schlagworte und Formulierungen finden sich heute in allen Bereichen unserer Arbeitswelt wieder. Und fast immer ist von Anforderungen an ein eingespieltes Team die Rede, das blind aufeinander vertrauend alle Widrigkeiten meistert, Negativerlebnisse wegsteckt und ausschließlich dem Erfolg verschrieben ist. Was aber macht erfolgreiche Teamarbeit wirklich aus und wie muss oder soll ich mich verhalten, damit ich einen positiven Beitrag leiste? Kann ich auch als überzeugter Einzelkämpfer im Team erfolgreich sein? Oder bin ich dann eher der Störfaktor, der den Gesamterfolg verhindert?
Vielleicht sollten wir zunächst einmal den Begriff Team definieren: Die Erreichung gemeinsamer Ziele durch gegenseitige Unterstützung und Berücksichtigung der Stärken und Schwächen jedes Einzelnen sind wesentliche Voraussetzungen; Größe und Zusammensetzung des Teams sind von besonderer Bedeutung; zielgerichtetes Vorgehen erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin sowie Ehrlichkeit und Offenheit im Umgang miteinander; sachliche Einschätzung der eigenen Grenzen, Kompromissbereitschaft und der positive Umgang mit Konflikten sind gefordert. Nicht jedes Teammitglied verfügt über gleichgeartete Talente; die richtige Mischung ist entscheidend.
Vor dem Hintergrund, gemeinsame Ziele schnell zu erreichen, treten in der Auslegung einzelner Schritte immer wieder Spannungen und Reibungen auf und einzelne Mitglieder beklagen sich über mangelnde Akzeptanz innerhalb des Teams, da ihre Vorschläge nur bedingt Zustimmung finden. Diese Hürden können nur durch direkte und unmittelbare Kommunikation überwunden werden. So wird Misstrauen vermieden, denn Misstrauen baut sich dort leichter ab, wo Zugehörigkeit und der Wunsch nach Identifikation (mit der Sache) verwirklicht werden. Bewusste Identifikation ist Teil einer Philosophie, nach der es auch bei Fehlentscheidungen keinen Rechtfertigungszwang geben darf.
Innerhalb eines Teams sollte jeder seine Rolle suchen und finden. Der Prozess des Kennenlernens kann Verhaltensweisen nachhaltig beeinflussen und wird dies in den meisten Fällen auch tun. Wird ein Team neu zusammengestellt, können die Mitglieder die Aufgaben immer anders verteilen, bis sich eine Struktur bewährt. Neuzugänge in Teams haben es dagegen oft schwer, Zugang zu einer vermeintlich gut funktionierenden und eingeschworenen Gemeinschaft zu finden. Es werden ihm manchmal bewusst, gelegentlich auch unbewusst, Stolpersteine in den Weg gelegt von Fehlinformationen über Zurückhaltung wesentlicher Details bis hin zur persönlichen Ablehnung, für die es allem Anschein nach keine greifbaren Gründe gibt. Das darf man nicht unterschätzen, denn einmal aufgebaute Fronten sind nur mühsam wieder einzureißen, führen häufig zu einer Haltung, die Leistung verhindert und Frust aufbaut und letztlich der Sache und dem Einzelnen nicht dienlich ist. In solchen Situationen sollte man einen klaren Kopf behalten, die Aussprache suchen und eigene Vorstellungen und Wünsche deutlich machen.
Bei allem Selbstbewusstsein darf man nicht außer Acht lassen, dass ein Team einen Kopf benötigt, der in letzter Konsequenz Meinungen analysiert, an den Anforderungen der Sache misst und falls erforderlich eine Entscheidung trifft, die nicht immer auf die Zustimmung aller Beteiligten stößt. Dies sollte möglich sein, ohne die weitere Zusammenarbeit negativ zu beeinflussen, kann aber nicht bedeuten, dass der "leader" alle Erfolge sich selbst zurechnet, während die Misserfolge ausschließlich auf das Fehlverhalten der Teammitglieder zurückgeführt werden. Besonders perfide wird es, wenn unter dem Deckmantel des Teamgeistes einzelne Mitglieder ihre Eigenheiten ausleben und so mangelnde Fähigkeiten oder fehlende soziale Kompetenz verschleiern. Ein rüder Umgangston ist nicht gleichzusetzen mit Durchsetzungsfähigkeit!
Werden solche Auswüchse gezügelt, setzt Teamarbeit einen wichtigen Lernprozess in Gang, der insbesondere weniger erfahrenen, aber hoch motivierten Mitarbeitern zugute kommt. Hier wird ihnen die Chance geboten, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, Mängel auszubügeln, sich mit einer Sache und dem Unternehmen zu identifizieren und Weichen für ihre berufliche Zukunft zu stellen. Neue Wege zu gehen, darf dabei für die Karriere nicht nachteilig sein, denn wenn man nur das tut, was man kann, wird man nur das bleiben, was man ist. Wenn man allerdings nicht in der Lage ist, Erfolge anderer zu akzeptieren und anzuerkennen und daraus für sich selbst zu lernen, sondern einen einmal eingeschlagenen Weg mit grober Rücksichtslosigkeit verfolgt und unbeirrt von Tatsachen und Gegebenheiten andere Meinungen gegen bessere Überzeugung nicht gelten lässt, wird man sicher nicht mit Rückendeckung rechnen können, sollte der eigene Weg sich irgendwann als falsch erweisen.
Teamarbeit darf nicht zu einem stammtischartigen Diskutierklub werden, sondern muss Teil einer Strategie sein: Dann wird der Erfolg des Teams auch der eigene sein.
Betr.oec. Michael Morscher
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Text vom 19. Oktober 2008